ART, Artspaces

Gefaltete, geknautschte, verstopfte und überraschende Denkräume im Marta Herford

 


Eine Ausstellung, die uns nicht nur zum gerade ankommenden Frühling in ihrer Ästhetik abholt, sondern uns auch zum Denken anregt – über unsere waghalsigen Biegungen im Leben, irritierenden Knautschungen, komplizierten Faltwegen, überraschenden Perspektiven, aufbäumenden Haltungen oder kollabierten Formen.


 

Das Marta Herford trumpft mal wieder in Ostwestfalen mit einer sehenswerten Ausstellung auf. DAS ORIGAMI-PRINZIP IN DER KUNST wird untersucht. Dazu ist eine große Anzahl an internationalen Künstlern zusammengekommen, die DEN AUSBRUCH AUS DER FLÄCHE, auf sehr ästhetische Weise nachgehen.

Gerade wenn eine Ausstellung derart ästhetisch in Form und Farbe umgesetzt ist, findet man bestimmt bis zum Ende der Ausstellung Anfang Juni auf Instagram und Co zahlreiche Bilder, die Einblicke in die Marta Räume gibt. Ein Trend in der Ausstellungsszene. Aber darum ging es dem Kuratoren-Team vermutlich nicht unbedingt, sondern eher darum, faszinierende Strukturen und ihre Einflüsse auf die Wahrnehmung der Besucher nachzuspüren. Und das ist gelungen, weil nicht zuletzt der Museumsbau selber wie große Papierbahnen von dem Architekten Frank Gehry aufgebaut ist und uns Denkräume schafft.

Auf der Suche nach prägenden Strukturen der Welt und ihren Einflüssen, entstanden von insgesamt 26 Künstlern Raumbesetzer.
Zum Beispiel, eine überdimensionale Luftballonskulptur von Hans Hemmert, die aufbäumend unseren Weg verstopft:

 

Oder ein zweifarbiges Mural von Philippe Decrauzat, welches durch die Anordnung ihre Farbstreifen eine Sinnestäuschung hervorruft. Eine irritierende Manipulation, die bereits schon die gekippten und gewölbten Wände der Gehry Architektur noch mehr zum Schwingen bringt:

 

Mona Ardeleanu bleibt hingegen in der Fläche, spielt aber mit einem Grundmotiv der Kunstgeschichte, dem Faltenwurf so geschickt, dass wir über das anfänglich Vertraute stolpern, nur weil wir neugierig tiefer in die Malerei eintauchen:

 

Die silbrig glänzende, uns am meisten an Origami erinnernde Skulptur von Thomas & Renée Rapeduis lässt über die Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit unserer Umwelt nachdenken:

 

Bei dem Werk ART BABY BOTTLE von der amerikanischen Künstlerin Kaari Upson, entdecken wir geknautschte Spuren menschlicher Existenz in Alltagsgegenständen, die fast schon ein Eigenleben entfalten:

 

 

 

 


 

„Ausbruch aus der Fläche – Das Origami-Prinzip in der Kunst“
Bis 3. Juni 2018

Goebenstraße 2 – 10
32052 Herford

www.marta-herford.de
Instagram: @martaherford
Facebook: MartaHerford
Hashtags: #derfremderRaum #bizarrespaces