ART, Artspaces

Kunsthalle Mannheim: Ein Museum als Stadt in der Stadt

Eröffnung Museum Ausstellungen Kunsthalle Mannheim

WHY NOT?!

Kunst in Mannheim für sich entdecken!


 

Ausstellungstipi Jeff Wall Neue Kunsthalle Mannheim Eröffnung Museum Ausstellungen

Neuen Kunsthalle in Mannheim Sonderausstellung Jeff Wall 1. Juni Eröffnung Museum Ausstellungen

Eröffnung Museum Ausstellungen Kunsthalle Mannheim Neu

Neue Kunsthalle Mannheim Eröffnung neues Museum Ausstellungen

Media Wall in neuer Kunsthalle Mannheim Eröffnung Museum Ausstellungen

jetzt ist sie eröffnet die neuen Kunsthalle Mannheim Eröffnung Museum Ausstellungen

Jeff Wall Expressionismus Skulpturen Sammlung der neuen Kunsthalle Mannheim Eröffnung Museum Ausstellungen

Sandra Feller Fotografie neue Kunsthalle Mannheim Eröffnung Museum Ausstellungen

 

 

Mannheim – eine Stadt, die von den Mannheimern geliebt wird – von Menschen hingegen ohne jeglichen Bezug zur Stadt, nicht unbedingt als Nummer 1 für einen Wochenendausflug gewählt wird. Mit Mannheim verbinden wir höchstens noch die Söhne Mannheims und die Nähe zu Frankfurt. Aber das wird sich jetzt ändern.

Mannheim rückt jetzt näher an uns heran – zumindest an uns kunst- und architekturaffinen Menschen.

 

Am Freitag, am 1. Juni, eröffnete die neue Kunsthalle, der größte deutsche Museumsbau seit vielen Jahren. Nach einer Privatspende von 50 Mio. Euro, war klar, dass der Altbau nicht erweitert oder renoviert wird, sondern das Team alles auf Neuanfang setzt. Modern, offen und mit der Zeit gehend, wie kaum ein anderes Museum in Deutschland.

 

Ein offenes Museum für jedermann – wie eine Stadt in der Stadt.

Keine Nationalgalerie, kein Tempel der Kunst, sondern ein Ort der Begegnungen.

 

Die Kunsthalle Mannheim vertritt Kunst aus dem 19. und 20. Jahrhunderts, bis hin zur Kunst der Gegenwart. Dabei stellt sie in ihren unterschiedlichen Kuben, die sich um den 21 Meter hohen atriumartigen Innenhof anordnen, spannende Bezüge der Kunst aus den unterschiedlichen Epochen zusammen. Teilweise reagieren nur zwei Arbeiten aufeinander, in aber so eindringlicher Art und Weise, dass der Kunst einen unmittelbaren und verständlichen Zugang geschaffen wird.

So gibt es zum Beispiel in einem der sogenannten Kuben, die Arena von Ritta Mc Bride in Bezug zu Edouard Manets geschichtsträchtigem Werk „Die Erschießung Kaiser Maximilians von Mexico“ zu entdecken. Man kann auf dem raumfüllenden, tribünenartigen Holzobjekt Platz nehmen, sich unterhalten und auf Manet, dem Schlüsselwerk der Kunsthalle Mannheim, reagieren. Hier ist ein Ort für Debatten entstanden, ein unüblicher Schachzug in der Museumslandschaft, der aber für den Mut und die Offenheit des Hauses steht.

Auch mutig ist es, Amseln Kiefer und seiner übermächtigen bleigrauen, schroffen Hochgebirgslandschaft in unfassbarer Größe, einem kleinen fast unauffälligem Werk von Kaspar David Friedrich gegenüberzustellen. Zwei menschenleere Landschaften, die jeweils für sich, aber auch miteinander viel bewegen. Es geht um die Frage nach der Romantik und was die Farbe grau für Kiefer bedeutet. Man möchte fast applaudieren, weil genauso, eben durch solche Spannungen, Zugänge zur Kunst geschaffen werden können.

Ebenfalls mit einem großen Überraschungseffekt, der Kubus, indem Thomas Hirschhorn für die Kunsthalle Mannheim ein Werk inszeniert hat. In seinem gesellschaftspolitischen, raumeinnehmenden Werk, hat er eine Skulptur von Otto Freundlich unauffällig auffällig in Szene stellt. Er schlägt damit eine Brücke zu einem Künstler, der als Jude in einem Vernichtungslager starb. Wieder verstehen wir Zusammenhänge, sogar auch die Kunst von Thomas Hirschhron ein bisschen mehr, denn auch hier ist es Museumsdirektorin Dr. Ulrike Lorenz und ihrem Team gelungen, das große Ganze der Kunstgeschichte durch das Herunterbrechen auf zwei Werke verständlicher zu machen.

Neben einem außergewöhnlichen Schaudepot, in dem der Besucher einen kleinen Einblick in die Lagerung der Werke bekommt, von denen die Kunsthalle Mannheim mehreren tausend besitzt, ist noch ein spektakuläres Werk von William Kentride zu empfehlen. Wir verraten nicht mehr, nur soviel, es ist ein Raum wie kein anderer: Im Rohbau belassen, dunkel und laut. Hier zeigt Kentride die Multimedia Installation, die er für die Documenta 13 entwickelt hat. Sie braucht Zeit für die Betrachtung, etwas 30 Minuten und lässt dabei die Zeit vergessen.

Neben dieser sich zukünftig in Bewegung befindenden Sammlungsausstellung zeigt die Kunsthalle Mannheim auch Sonderausstellungen, und beginnt mit einer von Dr. Sebastian Baden kuratierten Soloshow zu Jeff Wall.
Jeff Walls Markenzeichen sind seine großformatigen Dia-Leuchtkästen, die wie Filmstils wirken und immer wieder Inspirationen in der Kunstgeschichte finden, wie z.B. in Werken von Manet.
Eine Runde Sache also, was das Team der Kunsthalle Mannheim hier bewegt hat. Dabei haben wir noch nicht mal das wirklich beeindruckende digitale Strategie erwähnt oder das innovative  Museumsprogramm von Programmkuratorin Dörte Dennemann. Dazu kommen wir aber sicherlich noch in einem anderen Artikel über die Kunsthalle Mannheim.

Denn wir wollen euch kurz noch von etwas anderem erzählen.

 

Das Team der Kunsthalle Mannheim hat es bei dem PreOpening, zu dem wir eine Woche vor der Eröffnung geladen waren, geschafft, den Spirit, den Stolz und die Freude über das, was hier geschaffen wurde mitreißend zu vermitteln. Eine Einladung, die im Museumsrestaurant LUXX mit neuen Bekanntschaften endete. Wir haben unter den Gästen u.a. die Fotografin Sandra Feller getroffen, deren großartigen Fotos wir in diesem Artikel mit euch teilen möchten.

Sandra lebt und arbeitet in Stuttgart. Studiert hat sie in Deutschland, Schweden und England u.a. Kunst, Art Museum und Gallery Education. Ursprünglich aus der Malerei und Grafik kommend, hat sie sich der fotografischen Darstellung urbaner Landschaften, Architektur und Interieurs verschrieben. Dies geschah vor allem während ihre Zeit in Los Angeles. Hier lebte und arbeitete sie einige Zeit, bis sie nun wieder nach Deutschland zurückgekehrt ist und fortlaufend faszinierende Fotografien erstellt. Endecken könnt ihr sie bei Instagram unter @sandra_feller.

 


 

Und Mannheim hat übrigends noch einen Ass im Ärmel. Das sagenhafte Hotel Speicher 7 fasziniert all‘ die, die ein Faible für Designhotels haben. Klickt euch dazu  in unseren nächsten Artikel HIER!

 


 

Kunsthalle Mannheim

Friedrichsplatz 4
68165 Mannheim

www.kuma.art
Instagram: @kunsthallema

Öffnungszeiten:
Dienstag–Sonntag & Feiertage 10-18 Uhr
Mittwoch 10-20 Uhr / 1. Mittwoch im Monat 10-22 Uhr (freier Eintritt)
Montag geschlossen

 

 


Fotos: ©Sandra Feller