ART, Artspaces

Eine Pilotenküche, hochkarätige Galerien und aufstrebende Künstler in Leipzig

 


 

Why Not!

Die Galerie- und Atelierrundgänge auf dem Gelände der alten Baumwollspinnerei in Leipzig sorgen mittlerweile für große Resonanz. Was früher einmal im Jahr DAS Leipziger Kunst-Highlight war, findet mittlerweile viermal im Jahr statt. Elf hochkarätige Galerien, Ausstellungsräume für Gegenwartskunst und Ateliers öffnen ihre Türen. Insgesamt leben und arbeiten hier an die 100 professionelle Künstler und nicht zuletzt durch die Malerei der „Neuen Leipziger Schule“ hat dieses Künstlerquatier internationale Annerkennung gefunden.

Wir waren für euch vor Ort und haben unsere Highlights zusammen gestellt.

 


 

 

Galerie Reiter
Gruppenausstellung „Fountain of Youth“

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Insgesamt wurden 14 Künstler eingeladen, neben einem Werk aus ihrem eigenen Œuvre ein persönliches ready made, objet trouvé oder found footage zu zeigen, um Marcel Duchamps Sanitär Keramik als Kunstwerk zu würdigen, dass sich 2017 zum 100sten mal jährt. Die Galerie Reiter ist nicht nur in Leipzig, sondern auch in Berlin und London eine bekannte Größe.

 

 

 

Galerie Jochen Hempel
Soloshow Theun Govers

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Der 1976 in Eidhoven geborenen Künstler Theun Govers bietet durch seine Anordung von Formen ein verwirrendes Spiel mit wechselnden Perspektivpunkten, sodass der Betrachter, nicht zuletzt auch durch die sanfte und doch verstörende Farbigkeit, eine Art Alice-im-Wunderland-Effekt vorgeführt bekommt. Morsches Grün, welkes Braun und prächtiges Rosarot erscheinen in Mustern und Motiven die an langsam zerfallende Tapeten der späten 1960er Jahre erinnern.

 

 

 

Galerie Eigen+Art
Soloshow Uwe Kowski

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Die Galerie Eigen+Art ist in der internationalen Galerienszene ein Begriff. Es gibt kaum jemanden, der Galerist Gerd Harry Lybke nicht kennt. Geboren in Leipzig, hat er hier vor über drei Jahrzehnten Eigen+Art eröffnet und im Lauf der Zeit mit einem zweiten Standtort in Berlin erweitert. Aktuell zeigt er den Künstler Uwe Kowski, der dicht an dicht in einer hohen Frequenz Pinselstriche aneinander setzt. Wie eine Schlacht, die es zu gewinnen gilt. Besonders stark in der Wirkung sind davon insgesamt 9 Werke durch ihr großes Format von 230 x 205 cm und ihrer Hängung im weitläufigen Ausstellungsraum der Galerie.

Halle 12 – Werkschauhalle
Gruppenausstellung „Way to seven“

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In der Halle 12 mit rund 900 m2 war einst die Nadelsetzerei und Sattlerei der Spinnerei beherbert. Im Jahre 2006 gelang es der Spinnerei den englischen Künstler Darren Almond als temporären Nutzer für die Halle 12 zu gewinnen. Mit Geldern des Künstlers, des Denkmalschutzes und der Spinnerei wurde die heutige Halle 12 als WERKSCHAU saniert und wird jetzt regelmäßig für seine eigene, aber auch für Gastausstellungen, wie an diesem Wochenende mit Werken von insgesamt sieben Künstlern genutzt.

 

 

 

Pilotenküche
Stipendiatenausstellung „Goodbye Horses“

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Die Pilotenküche wird von Künstlern für Künstler in Residenz organisiert und lädt sie ein, in Zeiträumen von etwa 3-4 Monaten in der Leipziger Baumwollspinnerei zu arbeiten und auszustellen. 10 Künstler zeigen ihre Arbeiten nach einer dreimonatigen Stipendenzeit in der Gruppenausstellung „Goodbye Horses“.

 

 

 

a room that
Stipendiatenausstellung „binokular“

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Bereits im fünften Jahr fördert Lea Grosz mit „a room that“ talentierte Nachwuchskünstlerinnen. Wie in der Pilotenküche wird in einer dreimonatigen Residenzzeit u.a. Raum zum Arbeiten geboten. Vier aktuelle Stipendiatinnen zeigen ihre Werke, die auf ganz unterschiedliche Weise die Fähigkeit vorführen, Werte und Wahrnehmungen durch Perspektivenwechsel zu befragen. Neue Facetten des Sehens und Denkens können sich dabei dem Betrachter öffnen.

 

 

 

Nicole Kegel
Offenes Atelier

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Studiert hat die 1974 in Zwenka geborene Künstlerin u.a. bei Neo Rauch. In ihrem Atelier in der Spinnerei zeigt sie eine Auswahl ihrer Arbeiten. Eine enorme Anziehungskraft hatte das Werk „Vier letzte Lieder“.
„Wie schlafwandlerisch hat sich bei dem Bild alles zusammengeschoben“, erzählt mir Nicole Kegel in einer Email, in der ich sie nach dem Bild befrage, weil es mich nicht mehr losgelassen hat.  „Eine Assoziation hat sich an die nächste gereiht.“
Obwohl das Bild ursprünglich eine Hommage an Richard Wagner sein sollte, hörte Nicole Kegel während des Malprozesses Richard Strauss – „Im Abendrot“ aus dem Zyklus „Vier letzte Lieder“. Während ihr anfänglich die Wolken im Bild enorm wichtig waren, richtete sich irgendwann der Fokus auf das Haus. Es ist ein Haus welches Hitler zu seinem 50. Geburtstag geschenkt bekommen hat. Heute ist es ein Biergarten und Nicole Kegel war sich nicht sicher, ob sie es malen sollte. Aber sie sah es schicksalhaft und es wurde lagsam ein Bild über die Heimat, über die es auch im Zyklus der „Letzen vier Lieder“ geht. Um die Heimat in der Liebe, im eigenen Sehen und im Wissen um den vermeintlichen Tod.

 

 

 

Young Ju Yim
Offenes Atelier

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Young Ju Yim stammt aus Korea und studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bei Sighard Gille und Anette Schröter. Persönliche und gesellschafts-politische Zusammenhänge spiegeln sich tiefgründig in seinen Werken mit starker Farbigkeit wider, die durchaus an asiatische Kunst erinnern. Zuletzt hatte er an einer Gruppenausstellung im Hamburger Gängeviertel teilgenommen. Vertreten wird er von Potemka Contemporary Art in Leipzig.


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www.spinnerei.de


Spinnereistraße 7
04179 Leipzig
mail@spinnerei.de

Dienstag – Samstag
11 Uhr – 18 Uhr

 

Übernachtungstipp auf dem Spinnereigelände:
Wohnen im Meisterzimmer
www.meisterzimmer.de

 


Fotos: © Carolin Samson