ART

Kunstsammlerin Tanja Jackwerth

In den letzten Jahren haben sich junge Galerien, Kunstmessen oder Ausstellungskonzepte und online Plattformen etabliert und laden zum Kunstkauf ein. Die Schwellenangst, die häufig bei großen etablierten Galerien besteht, ist passé. Erfährt man die Magie eines Werkes in den eigenen Räumen, bekommt man schnell Lust sich mit weiteren Künstlern zu befassen. Der Jagd- und Sammelinstinkt ist gerade in der Kunstwelt besonders ausgeprägt.

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Als erste junge Kunstsammlerin in unserer Reihe möchten wir euch Tanja Jackwerth vorstellen. Sie lebt in Regensburg, ist selber beruflich bedingt äußerst kreativ und hat ein Händchen für Stil und wegweisende Trends. Sie arbeitet als Innenarchitektin und Veranstaltungsmanagerin des DillyDally Designmarktes, der seit 4 Jahren große Erfolge in Regensburg feiert. Zusätzlich eröffnet sie mit ihrem Dilly Dally Team im November einen Pop Up Store in Regensburg mit einer feinen Auswahl an Künstlern.

Tanja

Liebe Tanja, wenn man dich zu Hause besucht, sieht man sofort, dass du ein kreativer Mensch bist. Du bist Innenarchitektin. Wie wichtig ist für dich Kunst im Wohnraum?
TJ:
Extrem wichtig! Kunst macht eine Wohnung persönlich, besonders, einzigartig.

Nach welchen Kriterien suchst du Kunst aus?
TJ:
Intuitiv – Sie muss mich ansprechen, vom ersten Moment an.

Und wo findest du Werke für dein Haus?
TJ:
Auf Street Art Messen, in kleinen Galerien, manchmal auch auf dem Flohmarkt oder bei unserem DillyDally Designmarkt in Regensburg!

Schaut man sich bei dir zu Hause um, entdeckt man neben Fotoarbeiten und Illustrationen, einige Drahtplastiken der Künstlerin Sascha Banck.
Wie sind sie zu dir gelangt?
TJ:
Das war ein Riesenzufall. Ich war im Netz auf Recherche für ein Projekt und bin rein zufällig auf ein Bild von einem Drahtkopf gestoßen, dessen Einfachheit und Ausdruck mich begeistert hat. Ich habe die Künstlerin Sascha Banck angeschrieben und sie war ganz überrascht, dass ich sie auf diese Köpfe anspreche. Sie waren Teil einer Raum/Klanginstallation – besprüht mit fluoreszierenden Farbe – und nie zum Verkauf gedacht.
Trotzdem hat sie mir den Mann mit der Zigarette verkauft und sogar danach neue Köpfe produziert! Und die hängen mittlerweile in einigen meiner Projekte…

Was weißt du über die Künstlerin? Oder kennst du sie sogar persönlich?
TJ:
Ich kenne sie persönlich, ich habe sie schon öfter in ihrem Atelier besucht und sie war schon bei uns in Regensburg. 2008 hat sie den Kulturförderpreis der Stadt Fürth verliehen bekommen.

Warum hast du genau dieses Werk „Mann mit Zigarette“ gekauft und ihm einen Platz in deinem Haus gegeben?
TJ:
Ich mag seinen entspannten, genießerischen Ausdruck. Ich finde ihn lässig und mir gefällt die Dreidimensionalität des Materials und seine Größe. Er hat in meinem Wohnzimmer einfach den perfekten Platz gefunden!

Besuchst du oft Museen oder Galerien?
TJ:
Klar! Am liebsten in Großstädten wie Berlin, Leipzig und München. Regelmäßig bin ich auch bei alternativen Formaten wie der STROKE, SupermArt oder OFFEN AUF AEG. Auch auf Quelle in Nürnberg war eine tolle Location!

Welche Ausstellung hat dich zuletzt am meisten inspiriert oder bewegt?
TJ:
AI WEIWEI im Gropiusbau in Berlin – das Highlight ist aber alle 2 Jahre die Kunstbiennale in Venedig

Wenn es nicht auf das Budget ankäme, von welchem Künstler oder Künstlerin würdest du dir ein Werk kaufen und warum?
TJ: Tomás Saraceno – seine Rauminstallationen sind magisch!

Vielen Dank für das Interview, liebe Tanja!

 

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Fotos: Carolin Samson