ART, Artists we love

Artist we love: Martin Gerstenberger


Fantasiewesen mit staunenden Mündern, weit aufgerissenen Augen und eigenwilligen Frisuren.

WHY NOT?!


 

Hier ein Kleiderbügel, da ein Vogelhaus oder ein Stilelement eines Möbelstücks – Martin Gerstenberger verwendet scheinbar alles, was ihm so unterkommt und verarbeitet es zu hölzernen Assemblagen. Ästhetisch in der Farbigkeit, sinnig im Aufbau und irgendwie heiter.

Martin hat sich das Motto von Kandinsky zu eigen gemacht: ALLES IST ERLAUBT.
Das was er macht, kommt bei Martin tief aus dem inneren und muss irgendwie heraus. Und so entsteht ein kunstvoller Stilcocktail, in dem ein Schuss Street Art, ein bisschen Pop Art, eine Prise abstrakte und auch naive Malerei, und durchaus etwas Surrealismus enthalten ist.

Martin Gerstenberger zeigen wir September bis Oktober in unserer POPUP Galerie in Regensburg. Heutegibt es ein kurzes Interview für euch.

 

Wann war für dich das erste Mal klar, dass du als Künstler arbeiten möchtest?
Ich kann mich an keine wirkliche Initialzündung erinnern, ich habe mich als Kind einfach schon lieber mit Stiften als mit Bällen beschäftigt und mich dann in der Grundschulzeit stark von Comics begeistern lassen, was sicherlich meine Hinwendung zur kreativen Arbeit stärkte.

Was ist deine Idee hinter deinen Arbeiten?
Würde ich mich an einem einzigen Thema abarbeiten, würde mich das doch sehr schnell langweilen, somit springe ich von einem zum nächsten. Oft bestimmen metaphysische Themen oder Aspekte mein Werk, das wollte ich so beibehalten, gerade um eine gewisse Nähe zu Arbeiten der Outsider-Kunst herzustellen. Zugleich wird es umso spannender, die urtümlichen Themen der Menschheitsgeschichte vor dem Hintergrund einer sich immer weiter technisierenden Welt neu zu interpretieren. Ich sehe mich da quasi als Gegenstück zu einer malenden künstlichen Intelligenz, die mit Bildern gefüttert wird, um etwas Eigenes zu schaffen, so mache ich das noch in menschlicher Art, mich so vielen Dingen aussetzen, bis es als Werk kanalisiert wieder rauskommt.

Was kann der Betrachter aus deinen Arbeiten mitnehmen?
Das hängt ganz vom Betrachter ab: ich habe schon witzige positive Reaktionen auf Bilder erhalten, die noch gar nicht fertig waren, da ging es der Person nur, um die Farben, die bereits zu sehen waren. Schön wäre es, wenn die Betrachter ein Stück der positiven Naivität die ich in die Werke einbaue, mit in ihr Leben nehmen würden und ihr Leben nicht gänzlich einem rationalen Diktat unterwerfen würden. Ferner hoffe ich auch den einen oder anderen selbst dazu zu ermuntern, sich einfach künstlerisch zu betätigen.

Sind deine Figuren vielleicht sogar Abbildungen realer Personen? Menschen dir begegnet sind?
Eigentlich sind es nur übergeordnete Anspielungen auf Personengruppen und deren Verhalten, die ich hin und wieder aufgreife. Dies geschieht aber nicht über eine bestimmte Person, die mir real begegnet, sondern eher durch einen Typus Mensch, wie den „grumpy citizen“ oder Menschen aus dem politischen Umfeld. Für diese Personen schaffe ich meine eigene Schublade und überlege mir dann ein bildnerisches Abbild.

Wer oder was inspiriert dich?
Das ist sehr unterschiedlich und wird von mir auch nicht immer aktiv beeinflusst; mal höre ich zufällig ein Lied und der Titel oder Textzeilen gefallen mir so gut, dass ich dazu etwas entwickle, dann lasse ich mich auch durch Mythen, Fabeln, Geschichten im Allgemeinen inspirieren. Und hin und wieder greife ich dann schon mal auf manche Klassiker der Kunstgeschichte zurück.

Mit welchen Materialien arbeitest du?
Das schwankt sehr stark und eigentlich könnte ich mir vorstellen, mit jeglichem Material zu arbeiten. Tendenziell gefällt mir Holz schon sehr gut, insbesondere wenn es gebraucht ist und die alten Spuren seines früheren Zustandes trägt. Mit Holz kann man sehr intuitiv und spielerisch wie ein Kind arbeiten, ja, Holz gefällt mir doch sehr. Ansonsten nehme ich alles, was Spuren hinterlässt, also jegliche Art Farbe, natürlich immer etwas abhängig vom Untergrund.

Wie kommst du in einen, wir nennen ihn, ARTIST FLOW – also in einen Zustand voller Kreativität, als könnte dich nichts stoppen? Was sind deine „GO – TO“ Tricks?
Ehrlich gesagt kann ich das nicht wirklich steuern, es gibt Tage, da wache ich schon mit Ideen im Kopf auf und auch dem Drang, diese schnellstmöglich umzusetzen und dann gibt es Tage, an denen breche ich ab, weil nichts so wird, wie gewünscht. Anregend wirkt natürlich immer Kunst von anderen und eine stimulierende Umgebung oder Personen, manchmal hilft auch Wein und Musik.

 

 

Danke für das Interview!

 

 


 

Martin Gerstenberger

www.martingerstenberger.weebly.com

Instagram: @m.gerstenberger

 


 

Regensburg UNSECO Weltkulturerbe POPUP Galerie THEWHYNOT

Martin Gerstenberger ist Teil der:

THEWHYNOT POPUP GALERIE
Contemporary & Urban Art
10. September – 8. Oktober 2018
Tändlergasse 18, Regensburg

Öffnungszeiten: Mi. – Sa. 11:00 – 19:00 Uhr

Eröffungsführung am 12. September 18:00 Uhr.

 

Andere teilnehmende Künstler sind:

Anne Regier
Hyland Mather – The Lost Objekt
Peter Phobia
Matthias Edlinger
Doménico CV Talarico
Rayk Amelang

 


Fotos: © Martin Gerstenberger