ART, Artists we love

Artist we love: Doménico CV Talarico

Domenico CV Talarico Künstler Berlin

 

„Schon lange habe ich den Traum in einem pompösen Art Deco Spiegelsaal auszustellen – mit frei laufenden Pfauen und glitzernden Cocktails.“

 


 

 

Am 25.2. ist es soweit. Wir starten unsere erste THEWHYNOT X ROOMSERVICE ARTSHOW bei der wir ausgewählte Künstler, die ihr hier bei uns im Magazin kennengelernt habt, in einer Ausstellung präsentieren.

Mit dabei sein wird der Berliner Künstler Doménico CV Talarico. Ihn haben wir auf einer Kunstmesse in München entdeckt. Wohlgemerkt zuerst ihn und dann seine Bilder – die so wunderbar zu ihm passen, dass sich ein perfektes Gesamtbild ergibt.

In seinen Malereien überträgt Doménico alte schwarz-weiß Fotografien von Personen, die ihm unbekannt sind, mit einer wohlüberlegten, häufig zarten Farbpalette auf die Leinwand.

Wir haben ihn in seinem Atelier in Berlin Schöneberg besucht. Dies hat uns aus dem trüben Berliner Januarsonntag in eine Welt voller Inspiration und Kreativität entführt. Mitgenommen haben wir nicht nur eine Aufzeichnung eines Interviewgespräches, sondern auch die Vorfreude auf das Wiedersehen zur THEWHYNOT X ROOMSERVICE Ausstellung bei uns in Regensburg.

 

 

 

 

 

Domenico CV Talarico Künstler Berlin

Domenico CV Talarico Künstler Berlin

Domenico CV Talarico Künstler Berlin

Domenico CV Talarico Künstler Berlin

 

 

Wann wurde dir bewusst, dass du Künstler sein möchtest?
Schon als Kind konnte man mich mit Buntstiften am meisten begeistern. Ich habe immer gerne gekitzelt, gemalt, gezeichnet. Kunst war später mein Lieblingsfach in der Schule. Mein Abitur habe ich in Gestaltung, Grafik und Design gemacht und musste feststellen, dass ich viel lieber freischaffend arbeite, als in die kreative Dienstleistung zu gehen. Daraufhin hatte den Plan mich an Kunsthochschulen zu bewerben und es als Künstler zu versuchen.

 

War dir zu dem Zeitpunkt schon bewusst, wie schwer es doch eigentlich ist, später der Arbeit als Künstler zu leben?
Ich glaube, womit jeder Künstler lange zu kämpfen hat, ist erst einmal zu realisieren, wie alles abläuft und wie man vielleicht auch davon leben kann. Es wird Einem ja nicht gesagt, was der Masterplan ist, um Erfolg zu haben. Man wurschtelt sich lange durch und irgendwann läuft es dann. Plötzlich merkt man, dass man nicht die ganze Zeit im Dunklen tappt, sondern alles irgendwie Sinn ergibt.
Glücklicherweise sind meine Interessen breit gefächert und habe einen angenehmen Nebenjob. Grundsätzlich muss man als Künstler erst mal Geld ausgeben, Investitionen für Farben, Materialien etc. tätigen – und dass muss ja irgendwo herkommen. Wenn man sich einzig allein auf die Kunst verlässt, läuft man in Gefahr zu stagnieren. Grundsätzlich ist zu sagen, dass man als Künstler sehr ambitioniert sein muss und sich nicht hängen lassen darf, wenn man mal nichts verkauft.

 

Auf deinen Bildern sieht man Menschen, die du von alten Fotografien abmalst und ihnen somit ein neues Leben gibst. Warum malst du nur Menschen und nicht auch ihre Häuser, Wohnungen, Einrichtungsgegenstände oder Dinge, die zu diesen Personen gehören?
Manchmal gibt es tatsächlich eine Szenerie in meinen Bildern. Als Künstler nehme ich mir heraus strickt nur das zu malen, was mir persönlich auch gefällt. Und Was mir besonders gut gefällt, ist die figurative Malerei, Porträts. Ich kann mit vielen Dingen, die dem abweichen, nicht so viel anfangen. Ich mag den freiheitlichen Gedanken, dass jeder Künstler machen kann, was er möchte und ich nehme mich da nicht raus. Wenn es also ein Beiwerk auf den Fotos gibt, dann füge ich es nur ein, wenn ich Lust habe, es auch zu malen.

 

Arbeitest du generell seriell?
Normalerweise nicht, allerdings versuche ich das in Zukunft zu ändern. Zum Jahresanfang habe ich begonnen eine Serie anzufertigen, die in der Thematik und in der Farbwahl harmonieren. In den letzten Jahren habe ich Bild für Bild gemalt und mir für jede Arbeit eine eigene Farbkombination ausgedacht. Alles in Allem harmonieren auch diese Bilder untereinander, trotzdem ist es schwer sie gemeinsam auszustellen, da sie sich in Farbe und auch in der Größe deutlich unterscheiden.
Ich arbeite immer von Foto zu Foto. Da schau ich, was mich gerade anspricht, wo ich Feuer fange. Es ist immer so ein Gefühl, eine Emotion, die da mitspielt.

 

Warum nutzt du in deinen neuen, jetzt zum Jahresanfang gestarteten Arbeiten, eine dunkle, ins grau gehende Farbpalette? Hat das tiefere Beweggründe?
Die Farbpalette ist eine ganz Andere, als im vergangenen Jahr. Ich wollte mir den Druck nehmen, jetzt im neuen Jahr unbedingt etwas vollkommen Neues zu schaffen, da ich – Gerade zum Ende des letztes Jahres angefangen habe viel reduzierter zu arbeiten. Ich habe Flächen zum Teil ganz aufgelöst, sodass eine gewisse Abstraktion entstand. Daraus entstand die Idee seine Serie anzufangen, in der ich meine Farbpalette reduziere.
Nun arbeite ich mit kalten und warmen Weißtönen, Payne’s Grey, zusammen mit etwas Violett und Cadmiumrot. Insgesamt wirken die Arbeiten dadurch heller, blasser und bekommen gleichzeitig einen höheren Kontrast als zuvor.
Ich habe eine für mich sehr harmonische Farbpalette gefunden und kann damit auch Emotionen suggerieren, für die ich vorher andere Farbtöne (Mint und Pink zum Beispiel) eingesetzt habe. Dadurch gebe ich den Bilder eine noch größere nostalgische Tiefe. Vielleicht sind die Farben auch aus einer gewissen melancholischen Stimmung heraus gewählt, weil es mir generell einfacher fällt aus diesem Spektrum heraus zu malen, Stimmungen zu dämpfen.

 

Kennst du dieses Gefühl in einem Artist Flow zu sein? Was passiert da mit dir?
Einen Artist Flow habe ich, wenn ich wirklich inspiriert und angestachelt bin. Dann setze ich mich an meine Idee und versuche sie so schnell wie möglich fertigzustellen. Manche Arbeiten habe ich dann in zwei Tagen fertig und manche sind an einem Abend schon so weit, dass ich nur noch Details einfügen muss. Aber ich vergesse nicht die Welt um mich herum: Ich lege immer wieder Pausen ein, suche mir Musik heraus, die ich hören möchte, oder mach mir einen Tee. Die Pausen benötige ich allein schon auf Grund der Trockenzeit für die Farbaufträge. Und die Pausen helfen mir dabei, einen klaren Blick auf die Arbeiten zu bekommen.
Mein Malflow ist also eher kurz und durchzieht sich mit Unterbrechungen, die gewollt und gewünscht sind.

 

Wer oder was inspiriert dich?
Häufig ist es ein Gefühl zu meinen Vorlagen, aus denen eine Idee und eine Farbpalette entspringt. Das hat weniger mit Inspiration von Außen zu tun, mehr mit meinen inneren Empfindungen. Zeitdruck finde ich auch ganz inspirierend. Wenn ich Beispielweise eine Ausstellung vor mir habe und meine Arbeiten fertig werden müssen. Sich da durchzuquälen, lässt in mir diesen gewissen Funken entspringen.

 

Welche Künstler inspirieren dich?
Wenn man mal von den klassischen Künstlern, wie Egon Schiele oder Tamara de Lempicka, und vielen Anderen aus dem Zeitspektrum absieht, finde ich viele inspirierende Künstler bei Instagram. Instagram ist in der Kunst angekommen. Es gibt Galerien, die teilweise nur noch online oder bei Instagram existieren, und Künstlern bietet es eine gute Plattform. Ich habe viele Kunstfreunde und -kollegen über Instagram gefunden, deren Arbeiten ich sehr schätze – Die App macht es leicht Anteil an dem Künstlerleben der Anderen Teil zu haben.
Wer schauen mag: @its_hayleyquentin, @Alexandra_Levasseur.

 

Wo würdest du gern mal ausstellen?
Realistisch: Sehr gerne mal in Paris und Wien.
Noch nicht realistisch: Schon lange habe ich den Traum in einem pompösen Art Deco Spiegelsaal auszustellen – mit frei laufenden Pfauen und glitzernden Cocktails. Es gibt außerdem ein paar größere Galerien, zum Beispiel in Miami oder ein Leipzig, die sich auf figurative Malerei spezialisiert haben und die mir gut gefallen.

 

Dein Geheimtipp für Berlin?
Es gibt relativ viele Areale, die für die Öffentlichkeit nicht unbedingt zugänglich sind: dort haben sich Künstler angesiedelt und bieten die Möglichkeit an Tagen der offenen Türen teilzunehmen und in deren Arbeitswelten hereinzuschnuppern. Solche Areale gibt es in der ganzen Stadt: Zum Beispiel am Alexanderplatz in der Alten Münze. Ansonsten passiert immer am Gallery Weekend und der Art Week, da viele große und kleine Ausstellungen zeitlich darauf gelegt werden.

 

An was arbeitest du gerade?
Ich plane derzeit mehrere Ausstellungen, teilweise mit viel künstlerischer Freiheit, was immer sehr verlockend ist. Die Gespräche dazu laufen. Außerdem habe ich die Idee mich mit anderen Künstlern zu einem Kollektiv zusammenzuschließen, um die Schwierigkeit auf dem Kunstmarkt und das Finden von Galerien zu kompensieren. Die Planung ist soweit schon voran geschritten. Logo und Namen gibt es bereits. Sobald es spruchreif ist, erzähle ich euch gerne davon.

Da freuen wir uns drauf! Danke, für das großartige Interview.

 

 

 

 

 

 

 


Doménico CV Talarico

www.domenicocvtalarico.com
Facebook: The Art of Doméncio CV Talarico
Instgram: @domenicocvtalarico


 

Regensburg UNSECO Weltkulturerbe POPUP Galerie THEWHYNOT

Doménico CV Talarico ist Teil der:

THEWHYNOT POPUP GALERIE
Contemporary & Urban Art
10. September – 8. Oktober 2018
Tändlergasse 18, Regensburg

Öffnungszeiten: Mi. – Sa. 11:00 – 19:00 Uhr

Eröffungsführung am 12. September 18:00 Uhr.

 

Andere teilnehmende Künstler sind:

Anne Regier
Hyland Mather – The Lost Objekt
Peter Phobia
Matthias Edlinger
Rayk Amelang
Martin Gerstenberger


Fotos: ©Doménico CV Talarico, ©Carolin Samson