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Leipzig: Wohnen im Meisterzimmer


Als echter Kunstliebhaber direkt im Meisterzimmer wohnen?

Why Not?!


 

Das Kunstareal auf dem Gelände der alten Baumwollspinnerei in Leipzig ist mittlerweile weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt.
Als einer der ersten Künstler hat sich hier vor vielen Jahren Manfred Mülhaupt niedergelassen und Pionierarbeit für den einzigartigen Kunstort geleistet. Inzwischen lebt er in Jena, hat aber sein altes Meisterzimmer nie aufgeben wollen und es mit seiner Frau, der Künstlerin Jana Gunstheimer, zu einem Gästeappartement umgebaut. 3 weitere Gästezimmer sind mit den Jahren dazu gekommen, die ebenfalls in kreativer Unvollkommenheit vollkommen kreativ eingerichtet sind.

Uns hat Manfred Mülhaupt seine ganz persönliche Geschichte zu diesem außergewöhnlichen, liebevollen Hideway erzählt, die wir mit euch teilen wollen:

„Seit 1994 war das Meisterzimmer 1 das Atelier von ein paar Spinnerei-Pionieren. Peter Bux, Daniel Milonic, mir, und dann ab 1995 Ricarda Roggan. Wir hatten viel Gelegenheit den Raum und die Räume darum herum experimentell zu nutzen.
Im Vorraum gab es ein Kino, eine Bar, Partys, Ausstellungen, Performance und experimentellen Sport.
Im Raum selbst haben wir immer viel gebaut. So ist der Raum gewachsen, ohne jedoch seinen Charakter als ehemalige Damenumkleide mit 8 Waschbecken der einstigen Baumwollspinnerei zu verlieren.
Ab 2001 war ich dann im Raum alleine und habe 2006 die Gartenhütte gebaut. 2008 bin ich nach Jena gezogen.
Um den Raum nicht ganz aufgeben zu müssen, er war mir sehr ans Herz gewachsen, kam mir die Idee, ihn ab und zu an Leipzig-Gäste zu vermieten, denn ich hatte oft erfahren, dass das Übernachtungsangebot in unserer Gegend eher bescheiden und meist langweilig war.
Der Raum war am Anfang noch recht rudimentär eingerichtet, investiert habe ich dann erst nach und nach. So war zuerst die Toilette noch auf dem Flur, die Bettwäsche noch die eigene und so weiter. Dafür war der Preis aber auch sehr günstig.
Das hat den Gästen gefallen, mehr als ich angenommen hatte. Und als dann auch noch die überregionale Presse uns zu erwähnten begann, hatte ich nur noch selten die Möglichkeit selbst im Raum zu sein. So kam 2011 der zweite, 2013 der dritte und 2014 der vierte Raum dazu.
Nun ist ein gutes Maß erreicht. Alles ist noch überschaubar und einigermaßen einfach zu handhaben. Zudem stimmt die Mischung mit den Nachbarn, meist Künstlern. Meine Idee war eigentlich immer, dass ich etwas von dem Freiheitsgefühl, welches der Raum ausstrahlt, weitergeben wollte.
Es war keine Geschäftsidee im eigentlichen Sinne. Die weiteren Räume habe ich oft in Kooperation mit meiner Frau Jana Gunstheimer entworfen, das hat uns großen Spaß gemacht. Gebaut habe ich das Meiste selbst mit ein paar Kollegen. Auch das ist eine Leidenschaft von mir. Vor meinem Malereistudium hatte ich als Elektriker gelernt und gearbeitet. Später, und bis jetzt mache ich Webseiten, meist für Künstler, Freiberufler, Galerien, Museen und auch Unternehmen. Naja, ich denke es ist einiges zusammen gekommen, was es zurzeit einfach macht solch eine Pension zu führen – Spaß am Bauen und Ausprobieren, Freude daran Gäste zu haben und natürlich auch etwas Glück.“

 

 

 

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Die Zimmer

Das größte Meisterzimmer bietet mit sonnigen 116 Quadratmetern Platz für bis zu 8 Personen. Es ist ausgestattet mit einer Küchenzeile und einem Bad in Schwimmhallen-Ambiente, das einstig als Frauenwaschraum der Spinnerei diente. Auf einer Empore kann sich der Gast in eine kleine Einsiedlerhütte zurück ziehen, die Mülhaupt als eine weitere, bisher unbekannte Kopie von Goethes Gartenhaus bezeichnet.

Die drei kleineren Appartements sind ebenso gut ausgestattet und haben anstelle der Einsiedlerhütte beispielsweise eine große Tafel für überraschenden Besuch mit großem Hunger, einen Arbeitstisch für ganz viel Kreativität oder für Fälle von geistiger Trägheit eine kleine Bibliothek mit einer Auswahl an Kunstbüchern.

In allen Zimmern ist kostenloses WLan verfügbar, Parkplätze sind direkt vor der Tür zu finden und Fahrräder für den Ausflug in die Leipziger Innenstadt (etwa 3,5 km entfernt) können für 5 Euro am Tag gebucht werden. Wer nicht selber kochen mag, kann in dem Café auf dem Spinnereigelände frühstücken oder auch mittag- und abendessen.


 

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Spinnereistr. 7
04179 Leipzig
Telefon: 0341 – 306 770 99
E-Mail: pension@meisterzimmer.de
www.meisterzimmer.de

 


Fotos: © Manfred Mülhaupt, © Jana Gunstheimer