FASHION

Lalla Babouche für alle!

 


Lalla Babouche – sprich „Lä Lä Babusch“
ist auf deutsch: „Fräulein Pantoffel“


Ich freue mich heute ganz besonders eine junge Berlinerin vorzustellen, die uns weiche, formschöne und coole handgefertigte Babouches aus Marokko nach Hause liefert. Ihr Name ist Sarra Turan und sie ist eine freischaffende Künstlerin mit türkisch-marokkanischen Wurzeln.

2016 entschied sich die Künstlerin Babouches aus Marokko nach Deutschland zu holen, und zwar zu fairen und moderaten Preisen und gründete Lalla Babouche. Inzwischen hat sich das Ganze zu einem erfolgreichen Onlineshop für diese Pantoffeln entwickelt und Sarra erweiterte das Repertoire inzwischen um Korbtaschen, Schalen und Küchenhelfer aus Zitronenbaumholz.

Mir wurden die im Titelbild zu sehenden blauen Samt-Babouches geliefert und seit dem Tag sehne ich wie keine Zweite den Frühling herbei um die Schönheiten auszuführen!

 

Babouches aus Leder in schwarz, hellblau und apricot

 

Babouches aus dunklem Denim

 

 

Wir hatten ein paar Fragen an Sarra!

 

Sarra Turan – freischaffende Künstlerin und Gründerin von Lalla Babouche

 


Du bist Künstlerin und Shopbesitzerin, was war zuerst da?
Seit ich denken kann, verspüre ich den Drang, mich künstlerisch auszudrücken. Shopbesitzerin bin ich erst seit 2016.

Wie wird eine in Berlin lebende Künstlerin zu Lalla Babouche?
Nachdem ich mein Kunststudium in Braunschweig absolviert hatte, bin ich wieder zurück in meine Heimatstadt Berlin gezogen. Hier habe ich ein paar Jahre u. a. im Aufbauteam von C/O Berlin und als Assistentin für einen Berliner Künstler gearbeitet. Nach einem einjährigen Stipendium zur Professionalisierung für Bildende Künstlerinnen habe ich festgestellt, dass ich unabhängig sein und meine Zeit und Kraft in eigene Projekte investieren möchte. Ich habe nicht lange überlegt und auch keinen Businessplan ausgearbeitet. Ich hatte die Idee, handgemachte Babouche-Slipper aus Marokko in Europa zu vertreiben. Schon als Kind haben mich die gelben Babouches meines Großvaters fasziniert und da meine Mutter aus Marokko stammt und ein Teil meiner Familie dort lebt, war das auch nicht so weit hergeholt. Und so habe ich 2016 Lalla Babouche – „Fräulein Pantoffel“ –gegründet.

Wir sind ganz verliebt in deine schönen Babouches und noch besser finden wir, dass sie in traditionellem Handwerk in Marokko gefertigt werden. Sind die Farben und Formen von dir gewählt und extra für dich und deine Käufer angefertigt?
Es freut mich sehr, dass Euch die Babouches gefallen! Anfangs waren es noch die klassischen, einfachen Modelle, die ich in den Suqs, also den Märkten Marrakeschs, ausgesucht habe. Aber nach und nach bin ich zu einem „Babouche-Profi“ geworden und konnte vor allem mit den Rückmeldungen meiner Kundinnen und Kunden die Schuhe in enger Zusammenarbeit mit einer ausgewählten Manufaktur in Marokko optimieren. Die Farben und Materialien suche ich nach meinem ästhetischen Empfinden aus.

Wie bist du an die Schuhmacher in Marokko geraten, wie geht man so etwas an?
Ich habe kein Rezept dafür, wie man die richtigen Händler in Marokko findet. Ich kann nur sagen, man sollte viel Geduld mitbringen, sich vor allem als Frau nicht einschüchtern lassen und hartnäckig bleiben, denn „morgen“ kann bei den Händlern auch „in zwei Wochen“ bedeuten. Zu Beginn hat mir auch mein Onkel aus Marrakesch geholfen, die richtigen Händler zu finden. Da es mir allerdings sehr wichtig ist, dass die Chemie zwischen dem Händler und mir stimmt, habe ich mich noch einmal mit meiner Großmutter auf die Suche nach der zu mir und meinen Ansprüchen passenden Manufaktur gemacht. Ich muss zugeben, dass ich gar kein Marokkanisch spreche und mit Englisch kommt man bei den örtlichen Schuhmachern auch nicht sehr weit und so war mir meine Großmutter auch auf sprachlicher Ebene eine große Hilfe. Das war ein kleines Abenteuer: Das Babouches-Business ist nämlich fest in der Hand der marokkanischen Männer und wir waren zwei Exotinnen, die sich behaupten mussten. Letztlich hat es sich aber gelohnt hartnäckig zu bleiben.

In deinem Shop gibt es außerdem Körbe, Taschen, Tonschüsseln und vieles mehr – hast du vor, dein Sortiment noch zu vergrößern? Die Nachfrage nach Artikeln solcher Art ist ja gerade enorm groß.
Ja, in den letzten Jahren ist die Nachfrage nach Produkten aus dem Orient vor allem in Europa stark gestiegen. Neben den Slippern biete ich eine kleine Auswahl an traditionellem Besteck aus Zitronenbaumholz und verschiedene Körbe an. Handwerk ist ein Kulturgut, eine Besonderheit, die leider am Aussterben ist. Viele der Händler in Marokko klagen ihr Leid, dass die Jugend kein Interesse mehr daran habe, in das Familienunternehmen einzusteigen. Das ist zwar in der ganzen Welt so, allerdings habe ich eine persönliche Verbindung zu Marokko und so macht es mich besonders traurig, wenn dieser Schatz dort verloren geht. Ich möchte das Handwerk in Marokko fördern und unterstützen – soweit mir dies möglich ist. Als Künstlerin verfolge ich aber auch das Ziel, mich einzubringen. D. h. ich möchte mit dem schon vorhandenen, traditionellen Handwerk und meinen Fertigkeiten etwas Neues entstehen lassen. Auf diese Weise werde ich das Sortiment immer mal wieder punktuell erweitern.

 

 

 

 

 

Vielen Dank für dieses tolle Interview und die Einblicke in deine Arbeit, Sarra!
Wir wünschen dir viel Erfolg mit deinem Label und deinem Shop.

Noch eine kleine Anmerkung von mir:
Diese Babouches sind SEHR bequem und mit einer ganz weichen Lederinnenausstattung versehen. Diese Dinger sind absolut empfehlenswert und sichern diese alte marokkanische Tradition.

 

 


www.babouche-shop.de

Instagram:    lalla_babouche
Facebook:     @lallababouche.de

 

 

 

Titelfoto: © Jantra K.-B.
Potrait von Sarra: © Gabrielė Mišeikytė
Restliche Fotos: © Sarra Turan