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Ausstellungsempfehlung: Haus der Kunst München


Gute Frage:

Eine Ausstellung in München versucht die Frage zu beantworten, was eigentlich zeitgenössische Kunst ist und wie sie sich im stetigen Wandel zeigt?


 

Es ist spannend, dass wir Zeugen einer neuen Ära in der Kunstgeschichte sind, die ungefähr in dem Jahr 1989 einen Bruch mit der Vergangenheit markiert. Die Globalisierung und die Mobilität sind dabei, wie für so vieles, zwei entscheidende Faktoren, die einen in der Kunst statischen Begriff von Identität, Heimat und Herkunft zu einem transnationalen und mehrheitlichen Begriff machen.

Das Haus der Kunst zeigt uns mit seiner Ausstellung „Eine Geschichte: Zeitgenössische Kunst aus dem Centre Pompidou“ wie sich das ständig wandelnde Verständnis von „zeitgenössischer“ Kunst, und ihrer Stellung in öffentlichen Museen mit eigener Sammlung, darstellt.

Dazu muss man wissen, dass sich Museen sehr lange beim Ankauf auf europäisch-amerikanischen Domänen konzentrierten, die heute kaum noch aufrecht zu erhalten sind. Zu sehr bestimmt jetzt eben die Globalisierung die Weiterentwicklung der Sammlungen und die größeren Museen in Europa und Nordamerika strengen sich an, Kunst aus entlegenen Regionen zu zeigen.

HausderKunst2016

Bereits schon 1989 trat im Centre Pompidou wegweisend der Wendepunkt ein und mit der Ausstellung „Les Magiciens de la Terre“ wollte der Kurator Jean-Hubert Martin dem Problem der “einhundert Prozent Ausstellungen, die achtzig Prozent der Welt ignorieren” begegnen. Revolutionär stammte die Hälfte der ausgestellten Künstler aus nicht-westlichen Ländern und sie waren, ganz wichtig, alle noch aktiv. Die Ausstellung war somit vollkommen zeitgenössisch. Seitdem hat das Centre Pompidou – wie andere große Museen auch – seine Ankaufpolitik allmählich verändert und seine Aufmerksamkeit verstärkt auf Osteuropa, China, Libanon, den Mittleren Osten, Indien, südliches Afrika, Mexiko und Brasilien gerichtet. Dies ist z.B. auch in der neuen Hängung in der Galerie der Gegenwart zu sehen. Hier haben wir uns über die sehr exponierte Lage des Künstlerin Haegue Yang gefreut.

Hausderkunstmünchentip

HausderkunstAusstellungstipp

Da das Haus der Kunst weltweit als Leuchtturm der zeitgenössischen Kunstlandschaft gilt, hat sich der Direktor Okwui Enwezor, der gerade seinen Vertrag um weitere 5 Jahre verlängert hat, dies ebenfalls auf die Fahne geschrieben und rückt mit über 160 Arbeiten aus dem Centre Pompidou, neben Positionen europäischer Künstler besonders die veränderte Geografie ins Zentrum. Er hat es geschafft die Sammlung des Centre Pompidou in diesem Umfang erstmals außerhalb von Frankreich zu zeigen. Über 100 Künstler bieten uns somit bis Anfang September einen Überblick über künstlerische Positionen in Malerei, Skulptur, Installation, Video, Fotografie und Performance seit den 1980er Jahren. Für ein besseres Verständnis und einfacheren Überblick wurde dazu Ausstellung dazu in acht Kapitel gegliedert:

Der Künstler als Historiker
Der Künstler als Archivar
Sonic Boom
Der Künstler als Produzent: die Generation “Traffic”
Der Künstler Künstler als Dokumentarist: So nah wie möglich am Realen
Künstler und Objekt
Künstler und Körper
Fiktionen des Intimen


 

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Ausstellung:
Eine Geschichte – Zeitgenössische Kunst aus dem Centre Pompidou

Noch bis 4. September 2016

Preise: 12€
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren 5€
Kinder unter 12 Jahren frei

Öffnungszeiten:
Mo-So 10-20 Uhr
Do 10-22 Uhr

www.hausderkunst.de

 


 

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Foto 1: Samuel Fosso -La Femme américaine libérée des années 70, 1997
crédit photographique: © Centre Pompidou, MNAM-CCI/Philippe Migeat/Dist. RMN-GP
copyright de l’oeuvre: © Samuel Fosso, courtesy J.M. Patras, Paris
Foto 2-4:  Installationsansicht aus Saal 2. © Maximilian Geuter