ART, Artists we love

Artists we Love: Lena Müller


 

Künstlerische Welten in denen wir unsere eigenen Gedanken und Vorstellungen entwickeln können? 

Why Not?!


 

Wie ein eigener Mikrokosmos wirken die zarten, rosafarbenen Farbaufträge, aus denen zarte Gebilde wachsen. Wie abstrahierte Welten – leicht, fast schwebend. Tatsächlich hegt die Künstlerin Lena Müller eine Faszination für die Natur und Naturwisschenschaften und für Mikrokosmen. Sie umkreist die Themen philopophisch und stets mit Fragen nach der Zeit, des Raumes, des Ursprungs, der menschlichen Existenz oder der Komposition.

Lena lebt und arbeitet in Heilsbronn und hat uns in einem kleinen Interview mehr zu ihren Inspirationsquellen verraten:

 

 

 

Mit welchen Techniken arbeitest du?
Lena Müller: Generell bin ich eine sehr spielerisch und experimentell arbeitende Künstlerin. Ich bin überhaupt nicht festgelegt, ich liebe das Spiel und lasse mich gerne selber überraschen. Diese Offenheit und Freiheit sind ganz wichtig für mich. Häufig handelt es sich bei meinen Arbeiten auch um Mischtechniken. Es finden sich beispielsweise Zeichnungen mit Buntstiften, Tusche, Frottage, Collage, Décalcomanie, selbst entwickelte Drucktechniken, oder eben mehrere Techniken und Werkzeuge in Kombination.

 

Was ist deine favorisierte Technik, womit arbeitest du am Liebsten?
LM: Momentan sind es Zeichnung, Collage und Drucktechnik die ich gerne verwende, aber ich kann mich nicht auf eine Lieblingstechnik festlegen, das ergibt sich immer wieder neu.
Meistens arbeite ich auf Papier, das ist mein favorisiertes Material. Wobei sich die Wahl des Papiers, dessen Haptik und optische Wirkung, inspirierend auf den künstlerischen Prozess auswirkt. Zudem arbeite ich meistens seriell und mit einer reduzierten Formensprache.

 

Hast du Philosophen, andere Künstler, Schriftsteller die dich inspirieren?
LM: Ich bin wie ein Schwamm und gehe mit offenen Augen durch die Welt. Es gibt verschiedene Bereiche, beispielsweise Kunst, Architektur, Wissenschaft, Natur, Musik oder Internetblogs, die anregend auf mich wirken. Es gibt viele Künstler, vor allem auch zeitgenössische Künstler, deren Arbeit ich toll finde. Ich habe vor zwei Jahren die Ausstellung von Agnes Martin in der Tate Modern in London gesehen und war wirklich sehr begeistert von ihrem Mut zum Minimalismus und ihren interessanten Bildwelten. Agnes Martin sagte „Du musst die Dinge finden die du magst. Die Dinge die deinem Inneren angenehm sind.“ Das ist eine Einstellung die ich sehr schätze.

Minimalismus und Reduktion faszinieren mich generell, eine Art Kernessenz finden, das ist spannend.
Das gefällt mir zum Beispiel auch an japanischen Haikus, kurzen Gedichten über die Natur. Sie sind einfach und sagen doch so viel. „Wie die Astronomie betrachtet den Himmel ein Frosch.“ Das sind wenige Worte von Issa und doch eröffnet sich dadurch ein weiter Blick auf die Welt.

Das Geheimnis das in allem steckt, im ganz Kleinen wie im ganz Großen, im Mikro und Makrokosmos, dem spüre ich mit meiner Kunst nach. Mein Ziel ist es im künstlerischen Prozess Neues zu entdecken und dabei eine Form von Erkenntnisgewinn zu erhalten. Mich fasziniert die Natur in all ihren Facetten.

Ich lese gerne Wissenschaftsmagazine oder höre gerne Radio-Podcasts, beispielsweise über das Universum, dunkle Materie, die Welt der Pflanzen bis hin zur Welt der Kleinstlebewesen. Das inspiriert mich und setzt bei mir eigene philosophische Fragen und Gedanken in Gang.

 

Woher kommen deine Bildwelten?
LM: Die kommen aus mir, aus meinem Spiel und meinem Dialog mit der Kunst. Das ist schwierig in Worte zu fassen.
Die Begegnung von wissenschaftlicher Bildwelt und poetischer Sicht faszinieren mich.
Inspiration ist für mich letztlich eine Form von Assoziationsfähigkeit, die einen Weg ins Innere bahnt. Das verselbstständigt sich dann häufig.
Es ist immer wieder spannend für mich abstrakte oder abstrahierte Bildwelten zu kreieren, die mir selbst beim werktechnischen Prozess und schließlich auch dem Betrachter meiner Bilder, die Möglichkeit gewähren eigene Gedanken und Vorstellungen zu entwickeln. Alles ist eine Art Entdeckungsreise wenn man so will.

 


Lena Müller

www.lena-mueller.de
www.behance.net
Twitter: @Locallotta

 

 


Fotos: © Lena Müller