ART, Artists we love

Artist we love: NDCM



„Als Künstler gefühlt habe ich mich erst, nachdem ich von anderen so genannt wurde, ich denke aber, dass die Begrifflichkeit für den Kunstschaffenden selbst nicht von Bedeutung ist.“


 

NDCM ist ein Künstler aus Wien, der eigentlich Nikolaus Dominik Cyril Merlin Fröhlich heißt und seit er denken kann, die Kunst liebt und lebt. Um tiefer in seine Gedankenwelt und seine Werke einzutauchen haben wir mit ihm ein ARTIST WE LOVE Interview geführt. Beantwortet hat er sie zum Teil sehr tiefgründig und sehr inspirierend. Lest selbst:

 

Was fasziniert dich an der Technik der Collage?
Das Spannende beim Collagen machen ist, dass ich nie weiß was am Ende rauskommen wird, wie sich das Bild entwickelt oder welches Bild überhaupt jemals fertiggestellt wird. Dadurch, dass ich ausschließlich Analog(per Hand, ohne PC) arbeite bedeutet das, dass das Ergebnis stark davon abhängt, was ich in dem Material, das ich habe finde. Das Collagenmachen an sich, hat für mich auch viel mit dem Aspekt des Sammelns zu tun, denn für besondere Bilder braucht man besonderes und vor allem viel Material zum Ausschneiden. Dieses durchzuschauen, Teile auszuschneiden und mich inspirieren zu lassen finde ich ebenfalls sehr spannend!

 

Warum machst du Kunst?
In meiner Familie gab und gibt es sehr viele Kunstschaffende, das hat mich retrospektiv gesehen wohl stärker beeinflusst, als ich dies am Anfang meiner Laufbahn zugeben wollte. Bei uns war es normal, dass beim Abendessen jemand sitzt und ein Bild malt. Die künstlerischen Sparten sind in der Familie sehr breit aufgefächert, von expressionistischen Tanz, Theater über verschiedenste Instrumente, Architektur, hinzu Bildhauerei und Malerei. Besonders meine beiden Großväter (Josef Pillhofer und Rudolf Polanszky) haben bereits in meiner frühen Kindheit einen starken Eindruck auf mich hinterlassen. Daher war es für mich immer schon natürlich mich in den verschiedensten Art und Weisen künstlerisch zu betätigen. Ich kann mich nicht an eine Zeit erinnern, zu der ich mich nicht bereits damit beschäftigt hätte.

 

Kannst du dich noch an den ersten Moment erinnern, als du dich wie ein Künstler gefühlt hast? Was ging in dir vor?
Der Begriff Künstler ist ein interessantes Phänomen, das für mich spezifisch mit dem Aspekt des Monetisierens bzw. Professionalisierens künstlerischer Arbeit zu tun hat. Ich habe schon, solange ich mich zurückerinnern kann, diverse Zeichnungen, Malereien und Collagen gemacht, doch erst ab dem Zeitpunkt, ab dem ich diese Werke auch verkauft habe, wurde ich plötzlich zum Künstler. Davor war davon nie die Rede. Der Begriff Künstler drückt für mich eine Werthaltung oder Einteilung eines Kunstschaffenden durch die Gesellschaft in Verbindung mit kommerziellen Faktoren aus. Ich habe zwar das Gefühl „Künstler“ kann jeder sein, der sich so nennt, gesellschaftlich wirklich akzeptiert oder anerkannt ist er, zumindest in Österreich, jedoch erst, nachdem er auch kommerziell erfolgreich ist. Als „Künstler“ gefühlt habe ich mich erst, nachdem ich von anderen so genannt wurde, ich denke aber, dass die Begrifflichkeit für den Kunstschaffenden selbst nicht von Bedeutung ist. Was in mir vorging, als ich zum ersten Mal so genannt wurde, war ein großer Widerwillen und ein Unverständnis der Gesellschaft gegenüber, die alles in Schubladen verstehen will und kommerzielle Aspekte brauch,t um Kunstschaffende als „Künstler“ zu verstehen. Der Begriff „Künstler“ wird zum Erfolgsparameter für den Kunstschaffenden, in dem sich die Kleingeistigkeit derer zum Ausdruck bringt, die ihn benutzen. Ich muss immer lachen, wenn mich Leute fragen, ob ich Künstler bin, da sich in diesem Begriff nur die soziale Akzeptanz meiner Tätigkeit widerspiegelt, die weder für mich noch mein Schaffen eine Rolle spielt oder zumindest spielen sollte. Die Freiheit der Kunst und die Zweckhaftigkeit ihrer für den Rezipienten, steht für mich in einem ständigen Spannungsverhältnis, welches sich der Künstler psychologisch ständig neu erkämpfen muss. Gesellschaftliche Akzeptanz, sowie Zweckhaftigkeit künstlerischen Schaffens, lassen sich für mich mit dem Kunstbegriff nicht vereinbaren. Ich stehe dem Konzept des Künstlers als gesellschaftliche gewachsene Definition daher skeptisch gegenüber.

 

Gibt es einen Künstler der dich inspiriert? Aufgrund seiner Lebensweise, seiner Karriere oder eben seiner künstlerischen Arbeit?
Mich inspirieren und haben immer schon viele Künstler inspiriert. Allen voran wie, bereits erwähnt, die Künstler in meiner eigenen Familie. Zu sehen, wie meine Großväter riesiger Steinblöcke bearbeitet haben oder gigantische Leinwände mit abstrakten Formen und Materialien gefüllt haben, hat einen großen Eindruck auf mich hinterlassen. Unabhängig davon habe ich viele ständig wechselnde Künstler, die ich bewundere und die mich inspirieren. In meiner Jugend waren es vor allem Utagawa Hiroshiges Holzdrucke, Takashi Murakami’s poppige Weiterentwicklung dieser sowie Kaws Übermalungen und Gustav Klimts Porträts mit Vergoldungen. Wer mich inspiriert, hat sehr viel damit zu tun, wen ich in meinem Umfeld wahrnehme oder auf meinen Reisen. Ich kann fast jedem Künstler etwas abgewinnen, auch wenn es nur ein einzelner Farbton oder die Art der Rahmung eines Werkes ist. In Wien mag ich momentan besonders Veronika Suschnig, Mahir Jamal, Peter Phobia, Boicut und Nychos.

 

Was machst du, wenn es du mal in einem kreativen Loch bist? Wie kommst du wieder in den Flow?
Ich kenne das Gefühl der künstlerischen Blockade gut. Ich denke die einzige Möglichkeit darüber hinwegzukommen ist viel Zeit! Man braucht genug Zeit um sich erst einmal wieder zu langweilen, um aus der Langeweile wieder auf einen kreativen Gedanken zu kommen und so etwas entstehen zu lassen. Unter Druck lässt sich meiner Meinung nach keine wirklich wertvolle künstlerische Arbeit schaffen, speziell im Bezug auf den emotionalen Wert eines Bildes.
Und wie fühlt es sich an, wenn du in einen, wir nennen es Artist Flow, bist? Was passiert mit dir?
Wenn ich im „Flow“ bin, bin ich voller Energie und die Zeit vergeht wie im Flug. Bei mir passiert das hauptsächlich am Abend beziehungsweise in der Nacht, ich fange dann zum Beispiel um 20:00 Uhr an und male oder schneide bis um 5:00 Uhr in der Früh. Die Nacht ist die beste Zeit dafür, da mich da am wenigstens ablenkt und mich niemand stört.
Was ist dein wichtigstes Werkzeug bei deiner Arbeit?
Mein wichtigstes Werkzeug ist mein gesammeltes Material, meine Scheren und meine Kleber.

 

Und dein größter Wunsch auf deinem Weg als Künstler?
Mich künstlerisch weiter zu entwickeln. Größere, bessere, spannendere und neue Bilder zu machen!

 


 

NDCM

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