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Artist we love: Jorinde Voigt in Nürnberg

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Das was jetzt gerade ist nortieren, dabei tief in das Unterbewusstsein eintauchen und versuchen zu erklären, was Erlebnisse mit dem eigenen Ich machen.

WHY NOT?!


 

Da ist sie also. Etwas verspätet ist der Flieger von Jorinde Voigt gelandet und sie stößt zu uns, einer kunstinteressierten Gruppe in der Nürnberger Kunsthalle. Die aufstrebende deutsche Künstlerin, gefeierter Popstar der Kunstszene, ist der Presse nach auf Platz eins unter dem neuen deutschen Künstlernachwuchs.

 

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In der Ausstellung „A new kind of joy “ zeigt die Künstlerin Werke aus älteren und ganz neuen Schaffensperioden, in denen es immer um eine neue Form der Kommunikation geht. Als Betrachter geschiet etwas ganz Neues mit einem, wenn man in ihre Werke eintaucht. Man tritt ein in ein neues Universum ein und wird in eine andere Gedankenwelt getragen. „Bis einem schwindelig wird“, so umschreibt es die Museumsleiterin Ellen Seifermann, die uns durch den Artist Talk navigiert.

Ist man erst einmal über die Kompositionen der Farben tiefer in die Werke Jorindes eingetaucht, beginnt das Interesse für die vielen Linien und Beschriftungen. Man entdeckt Begrifflichkeiten die den Jetztzustand beschreiben, aber auch Rotationsbewegungen, Umdrehungsrichtungen, Gravitationsbeschreibungen und Unendlichenkeiten.

Jorinde versteht ihre Arbeit als ein Notieren von dem was jetzt gerade ist. Dabei taucht sie tief in ihr Unterbewusstsein ein und versucht zu erklären, was Erlebnisse mit ihr machen.

„Was ist das, was mir passiert? Wie beschreibt man Dinge, für die es keine Wörter gibt? Das ist das was ich erforsche.“

 

Es sind häufig Vorgänge, wie z.B. das Küssen, das Hören einer Beethoven Sonate oder die Flugbahn eines Adlers. Sie erzählt uns vor einem ihrer Werke aus der Serie „Beobachtungen im Jetzt“, wie sie monatelang morgens aufgewacht ist und immer wieder eine Avatar-Struktur gesehen hat, die sie nicht erklären konnte, bis sie nach und nach versucht hat eine Form dafür zu finden.

 

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Es geht also etwas in der Künstlerin vor, für das sie nach einem Ausdruck sucht. Einer Kommunikationsform neben der Sprache. Aber es kann auch anders herum funktionieren. Jorinde Voigt hat sehr viel Muße und Arbeit in die Werkserie „Synchronicity“ gesteckt, bei der hunderte von schwarzen Gänse- und Schwanenfedern wie Dachschindeln auf das Papier geklebt wurden. Wie eine dunkle Hügellandschaft. Hügelmotive stehen für Jorinde Voigt für eine Zuspitzung eines Themas. In diesem Fall hat sie erst über den Arbeitsprozeß hinweg gemerkt, dass sie sich während dessen in tiefer Trauer befunden hat, obgleich sie nach einer Neuinterpretation des Themas Fliegen suchte. Ein Thema übrigens, das sich wie ein roter Faden durch ihr Gesamtwerk zieht. Dabei hat sie historische Werke von Pietro Cavallini und ihre vergangenen Formen in die Jetztzeit geholt und unter der gegenwärtigen Perspektive vorgestellt.

 

In der Kunsthalle Nürnberg zeigt die Künstlerin ihre Arbeiten noch bis zum 7. Mai. Eine Ausstellung, um in die „Denkmodelle von Alltäglichem“ selber einzutauchen, sich kurz darin zu verlieren und dann wieder aufzutauchen, nach Luft zu schnappen, um dann die Welt auf eine andere Weise zu sehen!

 

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Jorinde Voigt ist Wahlberlinerin, geboren in Frankfurt am Main. Sie hat Philosophie und Neue deutsche Literatur studiert, später Soziologie und Literaturwissenschaften und Kunst, an der Universität der Künste in Berlin bei Christiane Möbus und später bei Katharina Sieverding. Die Künstlerin hat es seit dem in viele Museen geschafft, u.a. ins Museum of Modern Art New York, Art Institute of Chicago, in die Bundeskunstsammlung Bonn, in den Hamburger Bahnhof in Berlin, in die Hamburger Kunsthalle und in die Grafische Sammlung München. Seit 2014 ist sie Professorin für konzeptuelle Zeichnung und Malerei an Akademie der Bildenden Künste in München.


 

 

Kunsthalle Nürnberg
Lorenzer Straße 32
90402 Nürnberg

www.kunstundkulturquatier.de

www.jorindevoigt.com